Anstatt sich still und leise in die Sommerpause zu verabschieden, präsentiert das Gaswerk als Saisonschluss nochmals einen richtigen Knüller. Als ob es noch nicht genug heiss wär draussen, nach diesem Konzert werden die Konzertbesucher pflotschnass - gebadet in Schweiss und Bier - aber glücklich aus dem Gaswerk wanken.
Mit Orange Goblin konnte eine der ganz grossen Stonerbands verpflichet werden. Orange Goblin, nicht ganz so bekannt wie Queens Of The Stone Age, Nebula oder Monster Magnet, mit denen sie auch schon die Bühne geteilt haben, aber mindestens genauso gut, wenn nicht besser. Pflichtanlass, also.
Stoner Rock oder Heavy Metal sind für die Briten nicht einfach nette Musikstile. Orange Goblin sehen das eher als eine Art Religion. Inspiriert von den Göttern des Hardrock, dem Gott des Heavy Metal und der Göttin des Punk missionieren sie mit sägenden Stromgitarren, groovigem Bass und peitschenden Drums, um das Publikum zu bekehren, für ihren staubigen und groovenden Stoner Metal.
Vor genau 10 Jahren haben die schonmal im Gaswerk zum Tanz und Headbangen aufgespielt - zum genau gleichen Eintrittspreis wie heute. Und sonst? Die Herren sind nicht nur 10 Jahre, sondern auch 3 Alben und einige Auftritte älter. Das aktuelle und siebte Album heisst "A Eulogy For The Damned", ist am 13. Februar 2012 erschienen - am selben Tag, an dem vor 32 Jahren eine jugen Band namens Black Sabbath mit ihrem selbstbetitelten Debüt die ersten Schritte unternahm, die Musiklandschaft für immer zu verändern.
Despu Palliton - der Name ist dem Frontmann Aldo Betschart beim Rauschausschlafen im Zug eingefallen - spielen knochenharten, tiefen, schrägen, melodiösen, bombastischen Sound. Der grollende Bass und der Kick des Schlagzeugs fegen über das Publikum hinweg, wie ein Tornado, der alles mit sich reisst. Und über all dem liegt der Gesang, der abwechselnd singend, kreischend, flehend, brüllend oder flüsternd ist.
"You'll know the sound of thunder." So beginnt der WardHill Song V-Thunder. Ein Versprechen der Genfer Band. Und genauso werden WardHill den Saisonschluss im Gaswerk eröffnen - mit einem mächtigen Donnergrollen, dass man am liebsten den Kopf einziehen und den Schirm aufspannen möchte. Aber keine Angst, beim musikalischen Gewitter regnets ja bekanntlich nicht, ausser vielleicht, wenn der Schweiss von der Decke tropft. Das könnte an diesem Abend schon passieren.